Projekte
Der Notgroschen: wie viel, wohin, und in welcher Reihenfolge
Das Erste, was aufgebaut gehört — vor jedem Projekt und vor jeder Anlage. Und fast immer das, was aufgeschoben wird.
Drei Monate wovon, genau
Die überall wiederholte Regel sagt « drei bis sechs Monate ». Sie wird fast immer falsch verstanden: gemeint sind drei Monate unvermeidbarer Ausgaben, nicht drei Monatslöhne.
Der Unterschied ist gewaltig. Bei einem Einkommen von 4'500 CHF mit 2'600 CHF Fixkosten ist das Ziel nicht 13'500, sondern 7'800. Die erste Zahl schreckt ab, die zweite lässt sich aufbauen.
| Miete und Nebenkosten | 1'500.— |
| Krankenversicherung | 380.— |
| Einkäufe | 450.— |
| Verkehr, Telefon | 170.— |
| Ein unvermeidbarer Monat | 2'500.— |
| Ziel (3 Monate) | 7'500.— |
In welcher Reihenfolge
Das ist die Frage, die immer wiederkommt: zuerst tilgen oder zuerst sparen? Die Reihenfolge, die trägt:
- Eine Monatsausgabe zur Seite. Das ist das absolute Minimum. Ohne sie wird jede Kleinigkeit zum Kredit.
- Teure Schulden über 8 % Zins. Konsumkredit, Überziehung, Kreditkarte. Keine Anlage bringt so viel, wie diese Zinsen kosten.
- Der Rest des Notgroschens, bis zu drei Monaten. Erst jetzt wird die Reserve aufgefüllt.
- Projekte und Anlagen. Vorsorge, Reise, Wohnung. Nicht vorher.
Warum zuerst ein Monat: ohne jede Reserve wirft Sie eine unerwartete Rechnung zurück in die Schulden, und Sie fangen bei null an. Der erste zurückgelegte Monat ist das, was den Kreis unterbricht.
Wohin damit
- Auf ein getrenntes, aber erreichbares Konto. Ein Sparkonto bei derselben Bank genügt. Es soll sich nicht mit dem Alltagskonto vermischen — nicht schwer erreichbar sein.
- Nicht an die Börse. Ein Notgroschen wird genau an den Tagen gebraucht, an denen die Märkte schlecht stehen. Er muss morgen wert sein, was er heute wert ist.
- Nicht gesperrt. Gebundene Vorsorge ist kein Notgroschen: man kommt nicht heran.
Wie viel pro Monat
Der Betrag zählt weniger als die Regelmässigkeit. 150 im Monat ergeben 7'500 CHF in gut vier Jahren; 300 im Monat in zwei. Was scheitert, sind die 800 im Monat, drei Monate lang durchgehalten und dann aufgegeben.
Wenn Sie der 50/30/20-Regel folgen, ist der Notgroschen das erste Ziel der 20 % — vor allem anderen.
Häufige Fragen
Wie viel gehört in einen Notgroschen?
Drei Monate unvermeidbarer Ausgaben, nicht drei Monatslöhne. Addieren Sie Miete, Versicherung, Einkäufe und Verkehr: diese Zahl mal drei.
Zuerst Schulden tilgen oder sparen?
Legen Sie zuerst eine Monatsausgabe zur Seite, tilgen Sie dann Schulden über 8 % Zins, und füllen Sie danach die Reserve auf. Ohne den ersten Monat wirft Sie jede Kleinigkeit zurück in den Kredit.
Wo bewahrt man den Notgroschen auf?
Auf einem getrennten, aber erreichbaren Sparkonto. Weder an der Börse noch in gebundener Vorsorge: er muss sofort verfügbar sein und morgen so viel wert wie heute.
Sind sechs Monate besser als drei?
Wenn Ihr Einkommen unregelmässig oder Ihre Stelle unsicher ist, ja. Bei festem Lohn und gutem sozialem Netz genügen drei Monate meist.
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