Im Alltag
Erste Lohnabrechnung: was mit den ersten drei Löhnen tun
Das im Gespräch genannte Brutto ist nicht das, was auf dem Konto ankommt. Der Unterschied liegt bei rund 15 %.
Die Lohnabrechnung lesen
Vier Zeilen erklären fast den ganzen Unterschied zwischen Brutto und Netto:
- AHV / IV / EO — die Grundrente und die Invalidenversicherung, rund 5,3 % des Bruttolohns.
- Arbeitslosenversicherung (ALV) — rund 1,1 %.
- Zweite Säule (BVG) — die Pensionskasse, je nach Alter und Plan unterschiedlich. Oft die schwerste Zeile.
- Quellensteuer, falls Sie ihr unterstehen — sonst zahlen Sie in Raten, was Zurücklegen erfordert.
⚠️ Die zweite Säule ist nicht verloren: es ist erzwungenes Sparen für Ihre Rente. Aber sie ist nicht verfügbar, und genau deshalb bleibt ein Notgroschen notwendig.
Die ersten drei Monate, der Reihe nach
- Monat 1: nichts entscheiden, alles notieren. Sie kennen Ihre echten Ausgaben noch nicht. Jetzt ein Budget festzulegen hiesse, Zahlen zu erfinden.
- Monat 2: das Sparen automatisieren. Ein Dauerauftrag am Zahltag, und sei er klein. Was jeden Monat neu entschieden werden muss, geschieht nie.
- Monat 3: eine Monatsausgabe zur Seite anpeilen. Das ist das Ziel, das alles ändert: es verhindert, dass die erste Überraschung zum Kredit wird.
Die Falle des ersten Lohns: die Fixkosten stellen sich innerhalb weniger Wochen auf das Einkommen ein — teureres Abo, grössere Wohnung, Auto. Sie lassen sich danach nur sehr schwer senken. Warten Sie drei Monate, bevor Sie sich dauerhaft binden.
Die Steuern, wenn Sie nicht an der Quelle besteuert sind
Das ist die klassische böse Überraschung des zweiten Jahres. Ohne Quellenabzug kommt die Steuer in Raten oder auf einen Schlag, und sie macht üblicherweise 10 bis 20 % des Einkommens aus, je nach Kanton und Gemeinde.
Der Handgriff: diesen Prozentsatz ab dem ersten Lohn auf ein separates Konto legen. Das ist kein Sparen, das ist Geld, das Ihnen bereits nicht mehr gehört.
Was warten kann
Die dritte Säule, Anlagen, Lebensversicherung. All das ergibt später Sinn. In den ersten drei Monaten zählt nur eines: zu wissen, wohin das Geld geht, und ein erstes Polster aufzubauen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Brutto und Netto?
In der Schweiz rund 15 %, verteilt auf AHV/IV/EO, Arbeitslosenversicherung, zweite Säule und gegebenenfalls Quellensteuer.
Was soll ich mit meinem ersten Lohn machen?
Nichts Besonderes: notieren Sie einen Monat lang Ihre Ausgaben. Sie können kein Budget festlegen, bevor Sie Ihre echten Zahlen kennen.
Wie viel soll ich am Anfang zurücklegen?
Der Betrag ist zweitrangig, wichtig ist ein Dauerauftrag am Zahltag. Peilen Sie innerhalb von drei bis sechs Monaten eine Monatsausgabe als Reserve an.
Soll ich sofort eine dritte Säule eröffnen?
Nein. Bauen Sie zuerst eine verfügbare Reserve auf: das Geld der dritten Säule ist bis zur Pensionierung gebunden.
Und wenn ich nicht an der Quelle besteuert bin?
Legen Sie ab dem ersten Lohn 10 bis 20 % Ihres Einkommens auf ein separates Konto, je nach Kanton und Gemeinde.
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