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Methode

Kakeibo: die japanische Methode, ein Budget zu führen

Ein Heft, vier Fragen und die Gewohnheit, dem eigenen Geld ins Auge zu sehen. Das Kakeibo ist über hundert Jahre alt und funktioniert immer noch — gerade weil es auf keinerlei Technik beruht.

MIS DE CÔTÉ 400.—
Das ursprüngliche Kakeibo: ein Heft, eine Spalte pro Kategorie, und der zurückgelegte Betrag zuerst eingetragen.

Was ist ein Kakeibo?

Kakeibo (家計簿) heisst « Haushaltsbuch ». Ka, das Haus. Kei, die Rechnung. Bo, das Heft. Ausgesprochen wird es ka-ke-bo.

Erfunden wurde es 1904 von Hani Motoko, Japans erster Journalistin. Sie veröffentlichte es in einer Frauenzeitschrift, um Hausfrauen ein Werkzeug für das Haushaltsgeld zu geben — zu einer Zeit, in der man ihnen weder ein Bankkonto noch eine finanzielle Entscheidung zutraute.

Das Prinzip passt in einen Satz: Sie schreiben Ihre Ausgaben von Hand auf, und Sie entscheiden vor dem Ausgeben, was zurückgelegt wird — nicht mit dem, was am Ende übrig bleibt.

Die vier Fragen

Mehr ist das Kakeibo nicht. Sie beantworten sie zu Monatsbeginn und prüfen am Ende nach.

  1. Wie viel Geld habe ich? Was diesen Monat tatsächlich hereingekommen ist — Lohn, aber auch Rückerstattungen, Geschenke, Verkäufe.
  2. Wie viel möchte ich zurücklegen? Sie entscheiden jetzt und legen den Betrag sofort beiseite. Das ist der Kern der Methode.
  3. Wie viel gebe ich aus? Jede Ausgabe wird laufend notiert, ohne auf den Kontoauszug zu warten.
  4. Wie kann ich es besser machen? Ein Satz am Monatsende. Kein Plan, sondern eine ehrliche Bemerkung.

Die vier Kategorien

Die Ausgaben werden in vier Familien einsortiert, bewusst grob. Es geht nicht um buchhalterische Genauigkeit, sondern darum zu sehen, wohin das Geld geht.

Überleben

Miete, Einkäufe, Verkehr, Gesundheit.

Optional

Restaurants, Ausgehen, Kleidung.

Kultur

Bücher, Museen, Kurse, Abos.

Extra

Das Unvorhergesehene: der Zahnarzt, die Reparatur, das vergessene Geschenk.

Ein Beispiel, in Zahlen

Jemand mit 3'800 CHF im Monat September:

Was hereinkam3'800.—
Sofort zurückgelegt400.—
Überleben2'150.—
Optional620.—
Kultur90.—
Extra310.—
Am Monatsende übrig230.—

Die Antwort auf die vierte Frage in jenem Monat: « Optional hat sich in der letzten Woche verdoppelt — ich notiere das Ausgehen noch am selben Abend, nicht erst am Sonntag. »

Das wöchentliche Ritual

Das Kakeibo verlangt keine heldenhafte Disziplin. Es verlangt drei Termine.

Die klassische Falle: in der ersten Woche alles perfekt erfassen zu wollen und in der dritten aufzugeben. Sechs Monate ungefähr zu notieren ist mehr wert als zwölf Tage perfekt.

Papier oder App?

Das Heft funktioniert. Es hat einen Fehler: es rechnet nicht — und genau da steigen die meisten aus, am Sonntag, an dem der Taschenrechner hervorgeholt werden muss.

Die meisten Budget-Apps machen das Gegenteil: sie verbinden sich mit der Bank und sortieren die Ausgaben von selbst. Das ist bequem, und es nimmt dem Kakeibo seinen Sinn. Was die Methode wirken lässt, ist die bewusste Handlung: der Moment, in dem Sie den Betrag eintippen und ihn ansehen.

Monni ist auf diesem Prinzip gebaut: die Eingabe bleibt manuell und dauert ein paar Sekunden, die App rechnet für Sie, und nichts verbindet sich mit Ihrer Bank. Ihre Daten bleiben auf Ihrem Telefon.

Häufige Fragen

Was bedeutet Kakeibo?

« Haushaltsbuch » auf Japanisch. Ausgesprochen wird es ka-ke-bo.

Wie viel Zeit kostet das pro Tag?

Ein bis zwei Minuten zum Notieren, zehn Minuten am Sonntag, eine Viertelstunde am Monatsende.

Muss man wirklich von Hand schreiben?

Nein, aber Sie müssen selbst eingeben. Eine App, die sich mit der Bank verbindet, sortiert die Ausgaben für Sie — und Sie sehen sie nie wirklich an.

Kakeibo oder 50/30/20-Regel?

Die 50/30/20-Regel teilt das Einkommen in feste Prozentsätze. Das Kakeibo legt keine fest: es lässt Sie jeden Monat selbst entscheiden, was Sie vor dem Ausgeben zurücklegen.

Funktioniert das mit unregelmässigem Einkommen?

Ja, und dort ist es am nützlichsten. Die erste Frage betrifft das, was diesen Monat tatsächlich hereinkam: das Budget rechnet sich jedes Mal neu.

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